Das Glück kann man nur multiplizieren,
indem man es teilt. (Albert Schweitzer)
Dartmoor Panorama Galerie

Dartmoor

Wer kennt nicht den Angst und Schrecken verbreitenden, feuerspeienden Hund von Baskerville von Sir Arthur Conan Doyle oder das aus düsterem Dartmoor-Granit erbaute Gefängnis von Princetown, Inspiration für Edgar Wallace und Alfred Hitchcock? Beide sind untrennbar mit dem geheimnisvollen, wild-romantischen Dartmoor verbunden.

In seiner Mitte liegen weit ausladende Hochmoorflächen, die nur von bizarr verwitterten, schroffen Granitformationen, den sogenannten Tors, unterbrochen werden. Im Südosten stößt man auf dicht bewaldete Talsenken mit reizvollen, winzigen Dörfern und Weilern, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Zahllose Bäche und Flüsse entspringen im Dartmoor, so der Dart, dessen Quellen sich bei Dartmeet vereinigen und der bei Dartmouth ins Meer mündet.

Um die Ursprünglichkeit dieser faszinierenden Landschaft zu erhalten, wurde 1951 der Dartmoor Nationalpark ins Leben gerufen. Mit fast 1000km² ist er eines der größten und einsamsten Naturreservate Europas und einer der schönsten Nationalparks der Britischen Inseln.

Es ist kaum zu glauben, dass das Dartmoor einst eine dicht mit Eichen bewaldete Hochfläche war. Allerdings wurde für den Aufbau der englischen Flotte und für den Bergbau so viel Holz verbraucht, bis schließlich das ganze Dartmoor abgeholzt war und nur eine dünne, mit Farnen, Flechten, Ginster und Heidelbeeren überzogene Humusschichte über dem darunterliegenden Granitplateau übrigblieb. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Granit für den Brückenbau, den Straßenbau und viele englische Repräsentationsbauten abgebaut. Für die Arbeiten in den Steinbrüchen wurden zur Zeit der Napoleonischen Kriege hautsächlich französische Kriegsgefangene eingesetzt, die im berüchtigten Gefängnis von Princetown interniert waren. Stille Überreste dieser Zeit sind aufgelassene Steinbrüche, moosbewachsene Abräumhalden und im Nichts stehende Eisenbahnbrücken. In der Nähe von Haytor kann man noch Reste von aus Stein gehauenen Schienen einer Bahn aus der Zeit der Industriellen Revolution bewundern. Jahrhundertelang wurden im Dartmoor auch Zinn und Kupfer gewonnen. Überreste von alten Schmelzöfen und wüst gewordene Bergbausiedlungen erinnern an die einstige Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges.

Gegenwärtig wird nordöstlich von Plymouth nur mehr Kaolin für die Porzellanerzeugung abgebaut. Weidewirtschaft und Tourismus bestimmen größtenteils das Leben der Bewohner. Der Nordwesten vom Dartmoor ist noch dem Militär vorbehalten, dort befindet sich ein Truppenübungsplatz. (Man darf diese Gegend frei betreten, nur sollt man auf die roten Fahnen achten - dann werden Truppenübungen abgehalten. Das Durchqueren kann gefährlich werden und ist streng verboten.)

Die Geschichte des Dartmoor geht natürlich weit über die Zeit der Napoleonischen Kriege hinaus und reicht Jahrtausende zurück. Über das ganze Moor verstreute Steinkreise und Steinreihen sind stumme Zeugen steinzeitlicher und bronzezeitlicher Kulturen. Einen besonders beeindruckenden Steinkreis findet man bei Grimspound, eine scheinbar ins Unendliche gehende Steinreihe, die noch älter als Stonehenge sein soll, beim Down Tor.  

Im Dartmoor weiden über 60.000 Tiere. Vor allem sind es Schafe und, wie man auf dem Nationalparklogo sieht, auch die berühmten Dartmoor Ponies, die jedem Wind und Wetter trotzen. Nur zwei bis dreimal pro Jahr werden sie zum Zählen bzw. Scheren zusammengetrieben, sonst sind sie auch im Winter im Freien.

Beim Umgang mit Tieren im Dartmoor sollte man folgende Regeln unbedingt beachten:

  1. Tiere haben prinzipiell Vorrang, auch wenn sie auf der Straße gehen.
  2. Füttern der Tiere ist strengstens untersagt, da die Tiere sonst die Scheu vor den Menschen und den Autos verlieren, und es so leichter zu Unfällen kommt.
  3. Jungtiere dürfen nicht gestreichelt werden, da sie sonst von den Muttertieren nicht mehr angenommen werden und so die harten Wintermonate am Moor nicht überleben.
  4. Da es sich um halbe Wildtiere handelt, sollte man immer Abstand zu den Tieren halten, da diese ausschlagen oder beißen könnten.