Wassersport

Segeln

Der Südwesten Englands ist ein Seglerparadies. Geht man nicht selbst segeln, dann ist es eine lohnende Beschäftigung, die unterschiedlichsten Arten von Segelbooten beim Manövrieren zuzusehen.
Der Island Cruising Club
Stuart Cruises

 

Tauchen im Süden von England

Es fällt nicht leicht, jemanden zu überreden, in England zu tauchen, wenn man das Rote Meer oder die Malediven kennt. Aber es gibt auch in Devon gute Gründe, sich die Neoprenhaut überzuziehen (ohne die es sicher nicht geht).
 Die Südküste Devon ist ca. 240 km lang,  etwa 350 Wracks liegen hier bereit, um betaucht zu werden. Auch die Unterwasserfauna und -flora kann sich sehen lassen.

Sehr interessant ist natürlich auch die Geschichte hinter den Wracks. Drei Beispiele möchte ich herausgreifen und vorstellen:

Herzogin Cecilie

cecilie01

Die stolze Herzogin Cecilie unter Segel

Die Herzogin Cecilie gehörte zu jener Kategorie von Schiffen, welche weitläufig als "Windjammer" bekannt sind und mit denen man Abenteuer auf See verbindet. Sie war eine berühmte deutsche Viermastbark, 1902 in der Rickmers Werft in Geestemünde gebaut, ein frachtfahrendes Segelschulschiff, das schnellste seiner Zeit und eines der letzen seiner Klasse - war doch schon die Zeit der Dampfschiffe angebrochen. Die Herzogin Cecilie war 110 Meter lang, wog 3.110 Tonnen und hatte eine Segelfläche von 4185 m². Nach dem Ersten Weltkrieg segelt sie für das Great Grain Race, einem inoffiziellen Rennen der schnellsten mit Getreide beladenen Windjammer zwischen Australien und England. Der Gewinner konnte den Getreidepreis bestimmen, natürlich war es auch eine Prestigesache, als Schnellster von Australien über Kap Horn


cecilie02

Im Hintergrund sieht man den "Ham Stone", der der Herzogin Cecilie zum Verhängnis wurde

nach England gesegelt zu sein. Auf ihrer letzen Reise im Jahr 1936 brauchte die Herzogin Cecilie nur 86 Tage von Port Lincoln in Australien bis nach Falmouth in Cornwall; von dort sollte es weiter nach London gehen. Mit den 86 Tagen war sie einer der schnellsten Windjammer ihrer Zeit, andere benötigten 120 Tage oder länger. Auf ihrer Reise nach London wurde sie von Südweststürmen in unmittelbarer Nähe von Hope Cove auf den Ham Stone gedrückt und schlug Leck. Nun begann eine Odyssee, die jedem stolzen Kapitän das Herz gebrochen hätte.
Nach mehreren Versuchen konnte das Schiff wieder ins offene Meer gezogen


cecilie03

Taucher inspizieren den Schaden am Rumpf

werden. Man wollte es in den geschützten Hafen von Salcombe schleppen, um es dort wieder instand zu setzen. Die Stadtväter von Salcombe, damals schon ein beliebtes Touristenziel, weigerten sich aber, da sie fürchteten, das verrottende und übel riechende Getreide könne die Touristen vertreiben. So musste die Herzogin Cecilie in einer Bucht vor Salcombe vor Anker gehen, wo man verzweifelt versuchte, die Ladung von 4295 Tonnen Getreide zu löschen. Das eindringende Wasser ließ jedoch das Getreide gären, die Arbeiter waren gezwungen, Schutzmasken zu tragen. Jeder weitere Sturm setzte dem Schiff mehr und mehr zu. Anfangs dachte man, die Starehole Bay, in der die Herzogin Cecilie vor Anker lag, hätte einen tiefen Sandboden. Doch sehr
bald stellte sich heraus, dass der Kiel auf blankem Fels lag. Nach den ersten Winterstürmen fing das Schiff an aufzubrechen und war hoffnungslos verloren.


cecilie04

Große Brecher besiegeln das Schicksal des einstigen stolzen Schulschiffs

cecilie05

Die Getreideladung verteilt sich im Meer

Empire Harry

harry01
Empire Harry

 

Die Empire Harry  war ein Schlepper, welcher Anfang des Zweiten Weltkrieges gebaut wurde, um Lastkähne über den Ärmelkanal für die Versorgung der Alliierten Streitkräfte zu ziehen. Selbst nach dem "D-Day", der Alliierten Landung in der Normandie, war eine lückenlose Versorgung wichtig, um den weiteren Vorstoß der Truppen zu gewährleisten. An einem stürmisch-nebeligen Junitag zog die Empire Harry zwei Lastkähne von Falmouth in Cornwall Richtung Antwerpen. Durch den Sturm und eine starke Strömung wurde das Schiff aber auf die Felsen des Beacon Point, ca. 800 Meter nördlich von Hope Cove, gedrückt. Trotz ihrer 1100 Pferdestärke schaffte sie es nicht mehr, aus der für Schiffe so gefährlichen Bigbury Bay ins offene Meer zu gelangen.
Über 60 Jahre liegt die Empire Harry jetzt bei Hope Cove, und trotzdem sieht man noch zahlreiche Überreste dieses Schleppers, wenn man den Strand von Beacon Point entlang geht.
 A diver's guide to the Shipwrecks of Bigbury Bay by Kendall McDonald www.divernetxtra.com/wrecks/bigby996.htm


harry02
Schiffsplanken ragen wie Seetang aus dem Sand

harry03
Der Kessel ragt bei Ebbe noch über die Wasseroberfläche

harry04
Zwischen jedem Felsen um Beacon Point findet man Teile des Schiffes

 

 

Die Demetrios

dem01

Die Demetrios war ein griechischer Frachter mit 9.600 BRT, der 1992 in Plymouth verschrottet werden sollte. Das Schiff kam aber im Ärmelkanal in einen der berüchtigten Stürme. Südlich von Start Point rissen die Stahltrosse, mit der der - zum Glück unbemannte - Frachter abgeschleppt wurde. Von der Gezeitenströmung getrieben, zerbarst das Schiff auf den Felsen vor Prawle Point.
 
Ein Jahr später war das Wrack bereits ziemlich zerstört:


dem02

dem03

dem05

 

 

 

 

Im Jahr 2005 war von dem Wrack nur mehr so viel zu sehen, heute kann man nur mehr anhand von in Felsspalten feststeckenden Wrackteilen erahnen, wo die Demetrius auf- gelaufen ist.


dem06

dem07